Sa

24

Jul

2010

SEO: Wie weit kann man gehen?

 


Im Bestreben, unter den Top Ten bei Google zu landen, scheuen sich manche Marketing-Leute vor nichts zurück. Einige verlieren dabei sogar jede Hemmung und gehen buchtsäblich über Leichen. Das zeigen heute zwei Beispiele.

Am heutigen Tag ereignete sich die Katastrophe in Duisburg beim Love Parade, bei der bis zu 19 Menschen ums Leben kamen. Als ich die Nachricht hörte, schaltete ich sofort meinen Rechner ein und wollte mich die letzten Infos holen. Bei Google gab ich die Suchbegriffe "Love Parade Tote" ein.

Unter den Top-Ten-Ergebnissen befanden sich zwei Videos, die auf Youtube hochgeladen wurden und in ihren Titeln als Zusatz die o.g. Keywords mitführten. Welchen Beitrag zuerst lesen, Video oder Text? Das ist gar keine Frage. Sicherlich klickte ich zuerst die Videos an, und musste feststellen, dass es sich bei diesen Treffern gar nicht um Nachrichtenbeiträge zum aktuellen Geschehen handeln, sondern um reine Promo-Aktionen einer Eventagentur und eines Plattenlabels.

Was haben sich diese Leute dabei gedacht? Eine Top-Ten-Platzierung innerhalb von Stunden erlangen mit einem Suchbegriff, von dem sie wissen, dass es zur Stunde von Millionen Usern bei den Suchmaschinen eingetippt werden? Scheint eine coole Sache zu sein, dachten sich wahrscheinlich diese Marketing-Typen aus; wohlwissend, dass Google Videobeiträge auf Youtube ganz nach oben platzieren. Wie auch immer ihre Intention aussieht, die Reaktion ihrer User haben die Verantwortlichen (sofern man hier von Verantwortung sprechen kann) unterschätzt. Es hagelte nicht nur Kritik, es gab wütende Proteste, die diese Videomacher letzten Endes dazu bewogen, ihre Video-Beiträge zu entfernen.

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